Duisburg

Duisburg

Duisburg, Stadt (Stadtkreis) im preuß. Regbez. Düsseldorf, zwischen Rhein und Ruhr, 33 m ü. M., hat 6 evangelische (darunter die stattliche Salvatorkirche aus dem 14. Jahrh.) und 6 kath. Kirchen, Synagoge, ein Denkmal Kaiser Wilhelms I. (s. unten), ein Brunnendenkmal des Kartographen Gerhard Kremer (Merkator) und zählt (1900) 92,730 Einw., davon 40,309 Evanglische und 786 Juden. Die Industrie ist bedeutend. D. betreibt Eisenhütten mit Hochofenbetrieb, eine Kupferhütte, eine Brücken- und Wagenbauanstalt, große Eisengießereien u. Maschinenfabriken, Eisen-, Kupfer- und Messingwalzwerke, Hammerwerke, Ketten- u. Kesselschmiederei, chemische Fabriken, Fabrikation von Gußstahl, Waschmaschinen, Blech waren, Drahtstiften, feuerfesten Produkten, Fahrrädern, Tabak, Malz, Zucker, Stärke, Lack, Firnis, Margarine, Möbeln, Geldschränken, Spiegelglas etc., Drahtweberei, eine Fabrik für elektrische Anlagen, Marmorschleiferei, Bierbrauerei, Spiritusbrennerei, Baumwoll-, Seidengaze- u. Teppichweberei, Gerberei, Schiffswerften, Dampfmahl-u. Sägemühlen, Kalk- und Ziegelbrennerei etc. Der Handel, unterstützt durch eine Reichsbankstelle (Umsatz 1902: 1360 Mill. Mk.) die Bergisch-Märtische Baut, die Duisburg-Ruhrorter Bank, die Kreditbank, die Niederrheinische Kreditbank, Mittelrheinische Bank und Gewerbebank sowie durch die Schiffahrt auf dem Rhein, befaßt sich außer den dortigen Erzeugnissen mit Eisenerzen, Kohlen, Holz, Kolonialwaren, Getreide etc.

Wappen von Duisburg.
Wappen von Duisburg.

Für den Schiffsverkehr findet außer am Rheinufer Güterumschlag im städtischen Hafen (früher Rhein-Ruhr-Kanal) und im staatlichen Hafen (D.-Hochfeld) statt. Der Gesamtverkehr stellte sich 1901 auf 6,486,456 Ton., darunter 3,685,000 T. Kohlen, 1,080,000 T. Erze, 586,000 T. Getreide und 325,000 T. Holz. Elektrische Straßenbahnen vermitteln den Verkehr in der Stadt und mit der Umgegend. D. ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien D.-Hamm, Köln-Dü sseldorf-D. und andrer Linien, hat ein Gymnasium, ein Realgymnasium, eine Handelsschule, eine Maschinenbau- und Hüttenschule, eine Heizer- und Maschinistenschule, 2 Waisenhäuser, botanischen Garten, Tonhalle etc. und ist Sitz eines Landgerichts und eines Hauptsteueramts. Die städtischen Behörden zählen 7 Magistratsmitglieder und 30 Stadtverordnete. Zum Landgerichtsbezirk D. gehören die acht Amtsgerichte zu: Dinslaken, D., Emmerich, Mülheim a. Ruhr, Oberhausen, Rees, Ruhrort u. Wesel. In der Nähe liegt der Duisburger Wald, an dessen nördlichster Spitze, auf dem in herrliche Anlagen umgewandelten Kaiserberg, das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. aufgestellt ist. – D. bestand schon zur Zeit der Römer als Castrum Deutonis und hieß zur Zeit der Merowinger Dispargum. Es galt seit Konrad II. als unmittelbar zum Reiche gehörig und erlangte seit dem 12. Jahrh. die Rechte einer Reichsstadt, obwohl die spätern Herzöge von Limburg die Vogtei darüber erwarben. Sie trat 1255 in den Rheinischen Städtebund so wie später der Hansa bei. Nachdem sie 1290 von König Rudolf I. an Dietrich von Kleve verpfändet war, verlor sie die Reichsunmittelbarkeit. 1568 nahm D. die Reformation an. Es fiel aus der jülich-kleveschen Erbschaft zu Anfang des 17. Jahrh. an Brandenburg, ward aber während des Dreißigjährigen Krieges abwechselnd von Spaniern und Niederländern besetzt. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg stiftete hier 1655 eine reformierte Universität (aufgehoben 1802). Auch bestand bis 1809 hier eine im 13. Jahrh. errich tete Deutschordens-Kommende. Vgl. Averdunk, Geschichte der Stadt D. bis zur Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (Duisb. 1895); »Chroniken der deutschen Städte«, Bd. 24: Soest und D. (Leipz. 1895).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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