Ochrida

Ochrida

Ochrida (auch Achrida genannt, türk., Ochri), Stadt im türk. Wilajet Monastir, malerisch auf einem Hügel am Nordostufer des gleichnamigen Sees, Sitz eines Kaimakams, eines bulgarischen und griechischen Bischofs, hat 6 Moscheen und 4 Kirchen, eine Zitadelle, türkische, bulgarische und griechische Schulen und 10,000 Einw., die Gerberei, Pelzhandel, Fischerei und Gartenbau treiben, während der früher lebhafte Lederhandel in Verfall geraten ist. O. liegt an der Stelle des antiken Lychnidos, der Hauptstadt der Pirusten, die seit Philipp II. zu Mazedonien gehörte und ihren heutigen Namen 861 n. Chr. bei ihrer Eroberung durch den Bulgarenfürsten Bogoris erhielt. Seit der Einsetzung eines bulgarischen Patriarchen in O. war es 893–1767 der geistliche Mittelpunkt der westlichen Balkanländer. 1018 fiel es nach der Besiegung des westbulgarischen Zaren Samuel in die Gewalt Kaiser Basileios' II.; doch wurde die Diözese O. durch diesen wiederhergestellt. Vgl. Gelzer, Der Patriarchat von Achrida (Leipz. 1902). – Der von Cvijić und Östreich eingehend untersuchte Ochridasee, 690 m ü. M., 286 m tief, 40 km lang, 15 km breit, hat eine eiförmige Gestalt mit 280 qkm Fläche. Die umgebenden Gebirge fallen mit felsigen Steilufern zum fisch-, besonders forellenreichen See ab, im W. das Odoništa-, im Osten das Galičicagebirge. Am Nordende des Sees, den bei Struga der Schwarze Drin verläßt, breiten sich die fruchtbaren, teils wohlbebauten, teils als Viehweide dienenden Ebenen der Städte Struga und O. aus, für deren Bewohner auch der Fischfang eine Hauptbeschäftigung ist. Beim alten griechischen Kloster Sveti Naum am Südufer des Sees ausgedehnte Wein- und Obstgärten.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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